EU-Jahr des „Aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ in Halle (Saale)

Eine Bilanz von Kerstin Riethmüller, Seniorenbeauftragte der Stadt Halle (Saale)

Halle ist – wie alle anderen Städte in Deutschland – vom demografischen Wandel betroffen. Fast 30% der Hallenser sind gegenwärtig älter als 60 Jahre, 2025 werden es 33% sein. Überall wird vom demografischen Wandel gesprochen. Einige ignorieren dies, andere prognostizieren Überalterung der Gesellschaft, Pflegenotstand. Ich denke, damit ist Niemandem geholfen. Uns ging es deshalb darum zu erfragen, wie man die Prozesse in einer älter werdenden Stadt gestalten kann. Wie können wir uns darauf einstellen, was können wir tun, um nach und nach eine generationenfreundliche Stadt zu werden?

Einweihung des Generationenbrunnens „Lebenskreis“ auf dem Domplatz Halle (Saale)

Einweihung des Generationenbrunnens „Lebenskreis“ auf dem Domplatz Halle (Saale) (Foto: Thomas Ziegler)

Volles Programm
Das EU-Jahr des „Aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ 2012 gab uns in Halle den Anstoß, dem Altern eine neue Aufmerksamkeit zu geben.
Zu nennen etwa die ersten Halleschen Aktionstage ALTER:NATIVE 2012. Initiiert von der Paul-Riebeck-Stiftung in Kooperation mit vielen Partnern in der Stadt, die die verschiedenen Facetten des Alters in den Mittelpunkt rückten. Insgesamt 16 Veranstaltungen und Projekte innerhalb eines Monats haben das Thema des Älterwerdens in vielfältiger Art und Weise der Öffentlichkeit nahe gebracht. Senioren haben ihre selbstverfassten Texte gelesen.

Fachtagung „Demenz“ im Krankenhaus Martha Maria Halle-Dölau

Fachtagung „Demenz“ im Krankenhaus Martha Maria Halle-Dölau (Foto: Peter Kossok)

Eine Fachtagung zum Thema Demenz wurde organisiert, thematische Filme zum Thema Älterwerden wurden gezeigt. Das Studentenwerk präsentierte Fotos Hallenser Künstler. Diese Halleschen Aktionstage verbanden Schüler, Pflegefachkräfte, pflegende Angehörige, Künstler, Studenten, aktive Ältere mit Menschen, die sich noch nie mit diesem Thema beschäftigt haben.

Unverzichtbar: der Seniorenrat
Wir haben in Halle einen sehr engagierten Stadtseniorenrat. Er ist uns in der Verwaltung immer behilflich, etwa wenn es um das altersgerechte Wohnen geht, um Sitzgelegenheiten an den Haltestellen der HAVAG, um barrierefreies  Bauen, um die Kulturlandschaft der Stadt. Besonders erfreulich war in diesem Jahr die Einweihung unseres Generationenparks am Tallinn im Pestolozzipark. Von Anfang an war der Seniorenrat daran beteiligt. Hier konnte ein Mehrgenerationenangebot entstehen, welches Bewegungsangebote für Ältere vorsieht, Fitnessgeräte aufstellt, bequeme Bänke errichtet. Ein benachbartes Wohnungsunternehmen lieh Figuren für ein Schachbrett aus.
Und im Oktober ist es uns gelungen, auf unserem Domplatz einen neuen Springbrunnen einzuweihen, den der Bildhauer Horst Brühmann geschaffen hat. Er heißt „Lebenskreis“, vereint alle Generationen, lässt das Leben über den Tod triumphieren. Ich habe mich sehr gefreut, dass durch diese Brunnenweihe die Aktionstage einen würdigen Abschluss und der Domplatz ein neues Gesicht erhielten.

Mehr Ehrenamt!
Bedeutsam ist für mich die stärkere Gewinnung Ehrenamtlicher in der Stadt. Wir haben hier schon einige Fortschritte gemacht, müssen uns aber vor allem in der Anerkennungskultur weiterhin bemühen. Nachbarschaftsprojekte oder Seniorenbesuchsdienste helfen, dass ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung bleiben können.

Ein Ausblick
Älter zu werden gehört nun mal zum Leben dazu. Wir haben heute das Glück, älter zu werden als jede andere Generation vor uns. Das dies nicht immer einfach ist, ist uns allen bewusst. Aber es ist auch eine Chance, die gewonnenen Jahre aktiv zu nutzen.
Ich wünsche mir für 2013 eine dem Älterwerden aufgeschlossene Stadtgesellschaft. Ich wünsche mir, dass sich Ältere in unserer Stadt wohl fühlen, dass es uns gelingt, mehr Menschen zu erreichen, der Vereinsamung zu begegnen.

Infos:

Kerstin Riethmüller
Seniorenbeauftragte,
Dezernat Jugend, Schule, Soziales und kulturelle Bildung
Marktplatz 1 · 06100 Halle (Saale) · Zimmer 251
Tel.: (0345) 221-4970
Fax: (0345) 221-4971
kerstin.riethmueller@halle.de

Sprechzeiten:
Dienstag 13.00 – 18.00 Uhr

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